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Re: Erkenntnis und Glaube

written by xenid  on 15.07.2010 at 18:04:54 - as answer to: Re: Erkenntnis und Glaube by Helen
Ja, eigene Antworten... (auf eigene Fragen)

Arthur Schopenhauer sagt in Aphorismen zur Lebensweisheit: "Jeder steckt in seinem Bewußtsein, wie in seiner Haut, und lebt unmittelbar nur in demselben: daher ist ihm von außen nicht sehr zu helfen."

Sogesehen ist die Sinnfrage wie von Helen ja schon angedeut mehr individuell zu sehen. Das Beschäftigen mit dem Urknall oder dem Weltenende sind aus dem individuellen Bewusstsein heraus nicht zu begreifen.
Gemäß dem Gesetz "wie im Kleinen, so im Großen" sollte man für sich prüfen worüber ich denn mir die Sinnfrage stelle.
Warum nur habe ich mich mit dem Messer geschnitten?
... Weil ich vom Geräusch durch das Fenster abgelenkt wurde und nicht mit meiner Aufmerksamkeit beim Gemüse war... und darauf sollte ich hingewiesen werden... könnte die Antwort lauten und mir eine praktische Richtung aufzeigen.

Also vor der Sinnfrage sollte ich mir des Rahmens klar sein, in welchem ich denn überhaupt erkenntnisfähig bin. (Die Ausgangsfrage nach dem Sinn der Exsistenz ist sogesehen pure Blasphemie, da ich mir als Fragender den Erkenntnisrahmen Gottes zutraue... also wirklich nur für ganz Große Denker geeignet.)
Bei A.A.B. wird deshalb ja auch des öfteren auf die kontinuierlichen kleinen Schritte verwiesen.
Es ist nämlich nicht ganz gefahrlos in Bereiche einzudringen wo man noch nicht zur Erkennis befähigt ist. Dort kann sich der Glaube hineinschleichen und lähmt das Vorwärtsgehen.

Der Sinn ergibt sich aus einer Selbsterfahrung gefolgt von der Erkenntnis zur konkreten Änderung im Handeln.
Einen Fehler machen ist sinnlos, solang man diesen als nichtsbedeutend erfährt. Einen Fehler wieder und wieder zu machen, bis es mal Klick macht und eine Veränderung im Handeln erzielt ist sinnvoll.

Danke!
herzlicht xenid


Die Naturwissenschaften geben keine Antwort auf das wieso, wozu, sondern beschreiben das Wie. Die Metaphysik versucht sich am Warum? gibt aber nur individuelle, nicht beweisbare Ansichten wieder. Dies muss aber nicht heissen, dass gewisse Entdeckung (zb energetischer Natur) nicht Hinweise auf die Beantwortung der Sinnfrage geben könnte - solche gesicherten Erkenntnisse gibt es aber bis heute nicht. Das Individuum ist also gezwungen, sich selbst indiviudell mit dieser Frage auseinanderzusetzen und die eigene Antwort zu finden.

Liebe Grüsse,
Helen


Es wird postuliert: die Erkenntniswissenschaften leisten keinen Beitrag zur Frage: was ist der Sinn unserer Existenz: sie sind dafür nicht konzipiert.
Daher der Satz: selbst Psychologie und Philosophie geben keinerlei Aufschluss über den Sinn des Lebens, sie bieten lediglich unterschiedliche Sichtweisen und beweisen letztlich nur, dass auf diesem Wege der wissenschaftlichen Erkenntnis nichts über den SInn gesagt werden kann außer: wir wissen es nicht. Wir wissen lediglich, dass diese Existenz beginnt und endet. Ob diesem Prozess ein tieferer Sinn zugrunde liegt können wir nicht beantworten - oder wie Tolstoi zusammenfasst: 0=0, d.h. vor und nach der Beschäftigung mit den Erkenntniswissenschaften wissen wir nichts über den Sinn des Lebens, obgleich wir sehr viel Wissen gesammelt und viel erklären können.
Die Frage nach dem Sinn kann durch die Logik des Verstandes/durch unsere Vernunft nicht beantwortet werden.
Kann sie beantwortet werden durch die Postulate des Glaubens?
Dies hängt ab von der Definition des Glaubensbegriffes. Wir alle Wissen, dass es genug Glauben auf der Welt gibt, der auf Abgrenzung und Illusion basiert. Die Frage ob ein echter Glaube, eine reine natürlich Wesensäusserung des Menschen existiert die unmittelbar aus der Einheit des Menschen mit dem Unendlichen hervorgeht, erfordert eine individuelle Antwort eines jeden von uns - sie erfordert nicht die Verkündung der Wahrheit eines anderen, sondern ist zweifelos unsere individuelle Wesensäusserung. Wenn ein solcher natürlicher Glaube existiert, bedarf es keiner weiteren Erklärung oder Begründung; es ist der Glaube an das Leben, an das alles umfassende und einschließende Leben, der die Frage nach dem Sinn beantwortet und die Richtung offenbart.
So in etwa spricht also nun die (ernsthafte) metaphysische Wissenschaft, wenn sie zur Blüte gereift ist: die Frage nach dem SInn wird mit der EInheit des Lebens beantwortet. Diese Einheit wird gewissermaßen als vorhanden vorausgesetzt.
Die meisten Menschen glauben entweder an Wissenschaft oder an eine bestimmte Metaphysik und gerade darin scheint das Problem zu liegen.


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